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Gassen zur Honorareinigung 2027: „Wahrlich kein Jubelergebnis“

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, hat die Honorareinigung für 2027 verteidigt und zugleich ihre Grenzen benannt. Man sei „an die äußerste Grenze des Machbaren gegangen“, sagte er nach der Einigung im Bewertungsausschuss am 23. September 2026. Das Plus von 2,2 Prozent liegt unter der neuen gesetzlichen Obergrenze.

Von Dr. Leonie Ravenstein, Redaktion Praxisrepublik: Versorgung, Regeln, Honorare, Nachfolge, Köpfe der Heilberufe

Gassen zur Honorareinigung 2027: „Wahrlich kein Jubelergebnis“
Symbolbild: Praxisrepublik (KI-generiert)

Andreas Gassen hat die Honorareinigung für 2027 mit einem Satz zusammengefasst, der die Lage der Niedergelassenen beschreibt: „Wir sind hier an die äußerste Grenze des Machbaren gegangen." Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) sprach nach der Einigung mit dem GKV-Spitzenverband im Bewertungsausschuss am 23. September 2026. Der Orientierungswert, der Preis je Punkt im Einheitlichen Bewertungsmaßstab, steigt zum 1. Januar 2027 um 2,2 Prozent von 12,7404 auf 13,0207 Cent.

„Das ist wahrlich kein Jubelergebnis", so Gassen weiter, „aber die Tatsache, dass wir uns geeinigt haben, zeigt, dass die gemeinsame Selbstverwaltung die letzte rationale Konstante darstellt." Der Hintergrund: Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz koppelt die Honorarentwicklung künftig an die Grundlohnrate und hätte für 2027 eine Obergrenze von 3,42 Prozent gesetzt. Die Partner blieben darunter, eine Festsetzung durch das Schiedsamt blieb aus.

Gassen, Orthopäde aus Düsseldorf, führt die KBV seit 2014. Die Einigung umfasst auch die morbiditätsbedingte Veränderungsrate für 2027 von im Bundesdurchschnitt 0,41 Prozent, zusammengesetzt aus einer Demografierate von 0,07 und einer diagnosebezogenen Rate von 0,75 Prozent.

Was das für Praxen heißt

Die 2,2 Prozent gleichen die Kostensteigerung in den Praxen nicht aus, das sagt die KBV selbst. Das Zitat ist deshalb weniger Bilanz als Positionierung: Die Selbstverwaltung will zeigen, dass sie liefert, bevor das Ministerium ihr die Verhandlung abnimmt. Für die einzelne Praxis bleibt die Rechnung nüchtern. Bei 300.000 Euro GKV-Umsatz bringt der neue Punktwert rund 6.600 Euro mehr im Jahr, vor Abzug der Sparbeiträge, die das Gesetz ab 2027 vorsieht.

Quellen

Laut Praxisrepublik

„Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, hat die Honorareinigung für 2027 verteidigt und zugleich ihre Grenzen benannt. Man sei „an die äußerste Grenze des Machbaren gegangen“, sagte er nach der Einigung im Bewertungsausschuss am 23. September 2026. Das Plus von 2,2 Prozent liegt unter der neuen gesetzlichen Obergrenze.“

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