KöpfeMeldung

Hofmeister: 600 Millionen Behandlungsfälle im Jahr, Praxen brauchen einen Plan für Stromausfall und IT-Angriff

Praxen tragen mit rund 600 Millionen Behandlungsfällen im Jahr die Hauptlast der Versorgung und müssen deshalb Teil der Krisenvorsorge sein, sagte Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV, am 8. Oktober 2026 auf der KBV-Herbsttagung. Die KBV legt dazu eine Broschüre, eine Checkliste zur Risikoanalyse und ein Muster für Notfallkontaktlisten vor.

Von Dr. Leonie Ravenstein, Redaktion Praxisrepublik: Versorgung, Regeln, Honorare, Nachfolge, Köpfe der Heilberufe

Hofmeister: 600 Millionen Behandlungsfälle im Jahr, Praxen brauchen einen Plan für Stromausfall und IT-Angriff
Symbolbild: Praxisrepublik (KI-generiert)

Stephan Hofmeister will die Praxen in die Katastrophenpläne der Republik holen. „Ambulante Versorgung ist wesentlicher Bestandteil für Resilienz", sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) am 8. Oktober 2026 auf der KBV-Herbsttagung in Berlin, die in diesem Jahr unter dem Titel „Navigating Care: Resilienz, Orientierung und Kooperation in der ambulanten Versorgung" stand. Praxen trügen „mit rund 600 Millionen Behandlungsfällen pro Jahr die Hauptlast der medizinischen Versorgung", und genau diese Struktur müsse in Krisen weiterlaufen.

Die KBV legt dafür Werkzeuge vor: eine Broschüre „Vorsorge in Praxen für Krisen und Katastrophen" als Download, gedruckte Exemplare folgen, eine Checkliste zur Risikoanalyse der eigenen Abläufe, ein Muster für Notfallkontaktlisten und eine Themenseite, die schrittweise um Szenarien wie Stromausfälle und IT-Sicherheitsvorfälle erweitert wird. Parallel führt die KBV Gespräche mit den Katastrophenschutzbehörden von Bund und Ländern; Ziel ist, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen in die Katastrophenstäbe einbezogen werden.

Hofmeister, Allgemeinmediziner aus Hamburg, gehört dem KBV-Vorstand seit 2017 an und verantwortet dort unter anderem Sicherstellung und Notfallversorgung.

Was das für Praxen heißt

Die Checkliste ist kein Papier für den Ordner, sondern ein Nachmittag mit dem Team: Was läuft ohne Strom, wer ruft wen an, wo liegen die Patientendaten, wenn das System steht. Praxen, die schon einen Notfallplan für die IT haben, etwa nach der Richtlinie zur IT-Sicherheit, können die KBV-Liste als Ergänzung nehmen. Neu ist die politische Botschaft: Wer im Katastrophenfall mitplanen will, muss vorher zeigen, dass er vorbereitet ist.

Quelle

Laut Praxisrepublik

„Praxen tragen mit rund 600 Millionen Behandlungsfällen im Jahr die Hauptlast der Versorgung und müssen deshalb Teil der Krisenvorsorge sein, sagte Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV, am 8. Oktober 2026 auf der KBV-Herbsttagung. Die KBV legt dazu eine Broschüre, eine Checkliste zur Risikoanalyse und ein Muster für Notfallkontaktlisten vor.“

Diese Meldung mit Quellenlink zitieren.