TherapeutenMeldung
Hausärztetag 2026: Delegierte fordern verbindliche hausärztliche Primärversorgung
Beim 47. Hausärztetag in Berlin haben die Delegierten des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes ihre Linie festgelegt: ein verbindliches Primärversorgungssystem mit der Hausarztpraxis als Steuerungsinstanz, Erhalt des Kontrahierungszwangs in der HZV, keine Abschläge auf hausärztliche Leistungen und eine gesetzlich abgesicherte Entbudgetierung. Dazu kommt die Sorge um Weiterbildungsstellen nach der Krankenhausreform.
Von Dr. Leonie Ravenstein, Redaktion Praxisrepublik: Versorgung, Regeln, Honorare, Nachfolge, Köpfe der Heilberufe

Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband hat auf seiner Delegiertenversammlung am 11. September 2026 in Berlin die Marschrichtung für die kommenden Monate beschlossen. Im Zentrum steht die Forderung nach einem „verbindlichen hausärztlichen Primärversorgungssystem“: Die Hausarztpraxis soll zentrale Steuerungsinstanz sein, bei freier Arztwahl, mit qualitativen Mindeststandards sowie durchgehender Begleitung und Koordination der Behandlung.
Die hausarztzentrierte Versorgung (HZV) wollen die Delegierten als eigenständiges Versorgungsmodell erhalten und ausbauen; der Kontrahierungszwang für die Kassen soll bestehen bleiben. Den Sparplänen des Bundes setzen sie eine klare Absage an Abschläge wegen angeblicher „Fixkostendegressionseffekte“ entgegen und verlangen die vollständige Vergütung aller hausärztlichen Leistungen. Die Entbudgetierung soll im Rahmen von „MGVplus“ dauerhaft gesetzlich abgesichert werden, ohne die geplanten Abschläge.
Bei der Digitalisierung fordert der Verband ein „digitales Primärversorgungskennzeichen“, mit dem Teilnahme und zuständige Praxis eindeutig erkennbar sind. Eine zentrale digitale Ersteinschätzung außerhalb der Hausarztpraxis lehnen die Delegierten für die Öffnungszeiten der Praxen ab. Und sie verlangen, die Folgen der Krankenhausreform für die Weiterbildungsstellen in der Allgemeinmedizin zu prüfen und wachsende Engpässe schnell zu beheben.
Was das für Praxen heißt
Die Beschlüsse markieren die Verhandlungsposition des Verbands gegenüber dem Bundesgesundheitsministerium, das ein Primärarztsystem vorbereitet. Für Praxen, die bereits in der HZV eingeschrieben sind, ist die Botschaft Bestandsschutz; für alle anderen lohnt sich jetzt der Blick auf die HZV-Verträge der eigenen Region, weil der Verband sie als Fundament des künftigen Systems setzt. Wer weiterbildet, sollte die Besetzung der Weiterbildungsstellen im Umfeld der Krankenhausreform beobachten; die Engpässe dort werden die Nachfolgesuche in den nächsten Jahren prägen.
Quellen
- hausärztliche praxis digital: Beschlussübersicht Delegiertenversammlung 2026 (12. September 2026)hausaerztlichepraxis.digital/politik/hausaerzteverband/beschTier 3
- Hausärztinnen- und Hausärzteverband: Politisches Update zum 47. Hausärztinnen- und Hausärztetag (11. September 2026)haev.de/presse-medien/hintergrund/nachrichten-details/politiTier 2
Laut Praxisrepublik
„Beim 47. Hausärztetag in Berlin haben die Delegierten des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes ihre Linie festgelegt: ein verbindliches Primärversorgungssystem mit der Hausarztpraxis als Steuerungsinstanz, Erhalt des Kontrahierungszwangs in der HZV, keine Abschläge auf hausärztliche Leistungen und eine gesetzlich abgesicherte Entbudgetierung. Dazu kommt die Sorge um Weiterbildungsstellen nach der Krankenhausreform.“
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