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Mitgliederumfrage: 78 Prozent der Hausärzte sehen ihren Beruf unattraktiver als vor fünf Jahren
Die Stimmung in den Hausarztpraxen ist auf einem Tiefpunkt: 77,7 Prozent der befragten Hausärztinnen und Hausärzte sagen, die Attraktivität ihres Berufs habe in den letzten fünf Jahren abgenommen, 68 Prozent berichten von einer verschlechterten wirtschaftlichen Lage. 90 Prozent fühlen sich von der Politik nicht ausreichend anerkannt. Die Umfrage erschien zum Hausärztetag am 11. September.
Von Dr. Leonie Ravenstein, Redaktion Praxisrepublik: Versorgung, Regeln, Honorare, Nachfolge, Köpfe der Heilberufe

Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband hat zum Hausärztetag am 11. September 2026 eine Mitgliederumfrage veröffentlicht, die ein düsteres Bild zeichnet. Rund 4.700 Personen haben zwischen dem 26. August und dem 6. September geantwortet, darunter 4.550 Hausärztinnen und Hausärzte.
77,7 Prozent geben an, die Attraktivität ihres Berufs habe in den vergangenen fünf Jahren „deutlich abgenommen bzw. abgenommen“; nur 8,4 Prozent sehen sie gestiegen. 68 Prozent berichten von einer „Verschlechterung oder deutlichen Verschlechterung“ der wirtschaftlichen Lage ihrer Praxis, 15,9 Prozent von einem gleichbleibenden Niveau. 90 Prozent fühlen sich von der Politik „nicht oder eher nicht“ ausreichend anerkannt, 3,9 Prozent sehen ihre Leistung gewürdigt.
Aufschlussreich ist die Frage nach dem künftigen wirtschaftlichen Potenzial: 35 Prozent sehen es in der hausarztzentrierten Versorgung, 33 Prozent bei privaten Selbstzahlerleistungen und nur 8,9 Prozent in der EBM-Regelversorgung. Verbandsvorsitzende Nicola Buhlinger-Göpfarth: „Mit der Hausarztmedizin steht ein zentraler Pfeiler der Gesundheitsversorgung vor existenziellen Herausforderungen.“ Ihr Co-Vorsitzender Markus Beier ergänzt: „Die HZV ist der Anker, der die Hausärztinnen und Hausärzte noch in ihren Praxen hält.“
Was das für Praxen heißt
Die Zahlen sind eine Verbandsumfrage im Vorfeld politischer Verhandlungen, entsprechend deutlich fallen sie aus. Belastbar ist der Befund zur Einnahmestruktur: Wer die Regelversorgung als wirtschaftliche Basis abschreibt, muss die HZV-Einschreibung aktiv betreiben und Selbstzahlerleistungen sauber von der Kassenmedizin trennen. Für Praxisinhaber, die in den nächsten Jahren abgeben wollen, ist die Stimmung ein Standortfaktor: Nachfolger fragen heute zuerst nach HZV-Quote und Wirtschaftlichkeit, dann nach dem Standort.
Quelle
- Hausärztinnen- und Hausärzteverband: Mitgliederumfrage zeigt dramatisch schlechte Stimmung in Hausarztpraxen (11. September 2026)haev.de/presse-medien/pressemitteilungen/nachrichten-detailaTier 2
Laut Praxisrepublik
„Die Stimmung in den Hausarztpraxen ist auf einem Tiefpunkt: 77,7 Prozent der befragten Hausärztinnen und Hausärzte sagen, die Attraktivität ihres Berufs habe in den letzten fünf Jahren abgenommen, 68 Prozent berichten von einer verschlechterten wirtschaftlichen Lage. 90 Prozent fühlen sich von der Politik nicht ausreichend anerkannt. Die Umfrage erschien zum Hausärztetag am 11. September.“
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